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  • Performance + Audiodeskription + Oper
  • queerer Mythos
  • Stimme
  • Sorour Darabi
  • Fr., 31.07.2026, 19:00
–> RADIALSYSTEM
Friedrichshain

Audiodeskription zu 'Mille et Une Nuits'

In der Weite der Nacht entsteht eine Oper für das 21. Jahrhundert, mit neuen Ästhetiken und Perspektiven und einer anderen Beziehung zur Welt: Mit 'Mille et Une Nuits' präsentiert der iranische Choreograf Sorour Darabi im Radialsystem seine erste Oper – eine immersive Performance, die den Stimmen Raum gibt, die von alten Mythen an den Rand gedrängt wurden.

  • 1Foto ©Camille Blake. Schmelzende Eisskulpturen auf der Bühne.

Im Zentrum von Sorour Darabis 'Mille et Une Nuits' ist die Nacht daher nicht nur eine Metapher für das Erfinden von Geschichten, sondern ein Raum, in dem Scheherazades wahres Wesen endlich erblühen kann – als queerer Mythos, fernab der Zwänge einer cis-heteronormativen Welt. Die Vorstellung wird von einer Audiodeskription begleitet. Audiodeskription (AD) ist die hörbare Beschreibung visueller Eindrücke für ein blindes / seheingeschränktes Publikum. Bewegungen, Gesten, Mimik, Bühnenbild, Kostüme und Requisiten werden in knappen und präzisen Worten von Sprecher*innen beschrieben.

Tickets: 18 Euro, ermäßigt 14 Euro

Karten-Telefon: 030 / 28 87 88 58 8
Karten-Online: Karten online bestellen
wann:
  • Fr., 31.07.2026, 19:00
wo: RADIALSYSTEM, Holzmarktstr. 33, Friedrichshain, 10243 Berlin (Auf Stadtplan zeigen.)

Über den Veranstaltungsort

Radialsystem

In dem ehemaligen Pumpwerk an der Spree verwandeln seit 2006 raumgreifende Performances das gesamte Gebäude und seine Außenbereiche in eine Bühne. Konzertabende überraschen in ungewöhnlichen Settings, die Studios laden ein zum Erleben von Installationen – und das offene Deck in der Abendsonne zu Listening Sessions mit Blick aufs Wasser. Als Ort der Künste und des gemeinschaftlichen Handelns treten im Radialsystem unterschiedliche Kulturtraditionen und Wissensformen in Dialog. In interdisziplinären Formaten entwickeln, erproben und präsentieren wir neue künstlerische Ausdrucksformen zwischen Tanz, Konzert und Musikinstallation.Körper, Zeit und Raum übersetzen wir in Bewegung, Klang und Begegnung, Tradition trifft dabei auf Innovation, Erfahrung auf Idee, Kunst auf Leben. Der Weg ins Radialsystem führt uns zu unbekannten Realitäten, zu sinnlichen Erlebnissen – und lässt uns neue Möglichkeiten entdecken.

Über das Stück

Mille et Une Nuits

'Mille et Une Nuits' beleuchtet „Tausendundeine Nacht“ aus der Perspektive der Erzählerin Scheherazade. Das Originalwerk, das von einem heterosexuellen Cis-Mann konzipiert wurde, wurde oft dafür kritisiert, die Figur der Scheherazade auf den Status eines Erzählinstruments zu reduzieren und ihren Körper, ihre Wünsche und ihre Subjektivität zugunsten des Autors in den Schatten der Geschichten zu verbannen. In der traditionellen und konservativen Oper fehlen vielfältige Körper und Ausdrucksformen unkonventioneller Sexualität. 'Mille et Une Nuits' erforscht eine Ästhetik der transgeschlechtlichen Stimme. Bei den meisten trans Personen bewirken Hormonbehandlungen eine Veränderung der Stimme, die sich auf die Klangbildung in den Stimmbändern auswirkt. Es ist diese Kraft der Zerbrechlichkeit und der emotionalen Textur, die 'Mille et Une Nuits' hervorhebt, weit entfernt von einem normativen Verständnis technischer Perfektion, indem die Stimme als affektive Landschaft betrachtet wird.

Über die Mitwirkenden

Sorour Darabi

Der transdisziplinäre Künstler Sorour Darabi aus Chiraz im Iran lebt seit 2013 in Paris. Im Iran war er aktives Mitglied des Untergrundvereins ICCD; seine Werke wurden auf dem Festival Untimely in Teheran präsentiert. Seit 2016 werden seine Werke weltweit an wichtigen künstlerischen Spielstätten und auf Festivals gezeigt. Sorour Darabis Arbeit ist inspiriert von Poesie und Literatur und beschäftigt sich mit der Neuerfindung der persischen Tanzkultur und einem zeitgenössischen Verständnis der Queer-Kultur im vormodernen Iran. Seine Kreationen thematisieren gesellschaftspolitische Fragen und reflektieren Begehren, Kultur, Widerstand und das Potenzial klassischer Formen, zeitgenössische Anliegen zu erkunden. Parallel zu seinen Choreografien leitet Sorour Darabi Workshops für Amateur- und Profi-Künstler*innen und -Tänzer*innen. 2023 gründete er in Paris seine eigene Compagnie DEEPDAWN. 

Zur ausführlichen Bio gehts hier