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- Theater + Publikumsgespräch
- Erstmalig eine Theaterfassung des Films von 1971. Aktualität von Kunstproduktion in Zeiten knapper Kassen
- Sa., 07.02.2026, 20:00
Publikumsgespräch zu 'WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE'
Die Bühne als Filmset ohne Film: Kunst und Kollektiv, Scham und Wut, Liebe und Alkohol, Ego und Eskalation, Kommerz und Commitment: Ein satirisches Requiem auf freie Kunstproduktion in Zeiten knapper Kassen. Mit Publikumsgespräch im Anschluss.
- 1Foto ©Marc Freitag.
Die aktuellen Strukturdebatten im Theater sind Beleg dafür, dass auch rund 50 Jahre später die Topologie der Macht ein brennendes und ungelöstes Thema ist. Der alte Titel ist somit neues Programm und die Uraufführung des Filmskripts wird zum satirischen Requiem auf freie Kunstproduktion in Zeiten knapper Kassen. Eine bittere und humorvolle Aufschlüsselung dessen, was Menschen alles tun und sich antun im spannungsgeladenen Feld von Arbeit, Liebe, Verantwortung und Eitelkeit. Das anschließende Publikumsgespräch gibt Gelegenheit noch tiefer in Wengenroths Auseinandersetzung mit dem Werk Fassbinders einzutauchen und diesen Künstler und sein Schaffen auf seine ästhetische und politische Relevanz im Hinblick auf eine immer weiter eskalierende Gegenwart anzuschauen und kritisch zu befragen.
Tickets: 25€ / 20€ / 15€ / 10€ (Solidarisches Preissystem)
Barrierefreiheit: mehr Infos gibts hier
Karten-Online: Karten online bestellen
Karten per E-Mail: info(at)td.berlin
- Sa., 07.02.2026, 20:00
Über den Veranstaltungort
TD Berlin
Der TD Berlin ist ein Theater in der Mitte der Stadt am Molkenmarkt zwischen Alexanderplatz und Spree. Auf dem Spielplan steht ein wöchentlich wechselndes Programm neuer Inszenierungen und Performances mit Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Wir laden unsere Zuschauer*innen zu jährlich weit über 30 verschiedenen Theaterarbeiten und verwandten Formaten ein.
Über das Stück
WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE
In einem Hotel wartet eine Film-Crew samt Darsteller*innen auf den Regisseur und verliert sich derweil in Machtspielen und Eifersucht. Als der Regisseur endlich eintrifft, verschärfen sich die Konflikte zwischen Künstleranspruch und Realität zusehends: Neid und Liebe, Abgestumpftheit und Euphorie, Dominanz und Unterwerfung treffen sich an der Bar, wo der Cuba Libre in Strömen fließt. Der Tresen wird zum Spiegel und Sammelpunkt einer brüchigen Gemeinschaft, die nach Halt, Erfolg sowie Be- und Entlohnung sucht. Das Projekt droht zu scheitern, der Kunst fehlt das Geld und der Druck wächst. Patrick Wengenroth bringt das originale Filmskript aus dem Jahr 1971 erstmals auf die Theaterbühne: 8 Menschen spielen insgesamt 34 Figuren. Fassbinders psychologische Sezierung der eigenen Kunst-Bubble wird zum gruppendynamischen Lehrstück für heute und damals. Es ist der gemeinsam zelebrierte, gleichermaßen zynische wie lustvolle Abgesang auf die eigene Utopie eines funktionierenden Kollektivs.
Über die Mitwirkenden
Patrick Wengenroth
Patrick Wengenroth lebt mit seiner Familie in Berlin und arbeitet als Regisseur, Schauspieler, Sprecher und Dozent. Für den von ihm mitgegründeten Theaterdiscounter (jetzt TD Berlin) entwickelte er 2003 das Theater-Show-Format PLANET PORNO, das später seine künstlerische Heimat am HAU fand. Er inszenierte außerdem regelmäßig an der Schaubühne am Lehniner Platz, dem Mecklenburgischen Staatstheater, dem Badischen Staatstheater und vielen anderen Theatern in Deutschland. Zudem produzierte er zusammen mit Deutschlandradio Kultur zahlreiche Hörspiele und stand als Kritiker für den ZDF-Kulturpalast vor der Kamera. 2017-2019 war er künstlerischer Leiter des Augsburger Brechtfestivals.